Eine Frage der Würde - Buchrezension

Eine Frage der Würde ist das Debütwerk des Autors Florian Mittl und erschien erstmals im Jahr 2025. In einer Sammlung von Kurzgeschichten tauchen wir in unterschiedliche Welten ein. Was sie alle gemeinsam haben?

Sie regen zum Nachdenken an.

Im folgenden Abschnitt schreibe ich über die Handlungen im Buch wie auch meine persönlichen Eindrücke. Spoiler werden angekündigt - so könnt ihr entscheiden, weiter zu lesen, oder doch lieber zuerst zum Buch zu greifen, bevor ihr bei diesem Blogbeitrag verweilen möchtet ;)

Eine Besonderheit, die ich hervorheben möchte:
Mit jedem verkauften Exemplar des Buches werden 2 Euro an die Flüchtlingshilfe Doro Blancke gespendet. (https://doroblancke.at)

Worum es geht

In 7 Kurzgeschichten und knapp 120 Seiten werden wir durch unterschiedliche Welten auf eine Reise mitgenommen und dabei immer wieder aufgefordert, nach zu denken. Die Geschichten kann man dabei chronologisch oder querbeet lesen. Die Titel der Kurzgeschichten verraten wenig - womit jedes Kapitel ein Erlebnis ist.

Der Klappentext

Die „Frage der Würde“ stellt sich in allen Geschichten, die in diesem Erstlingsband von Florian Mittl zusammengefasst sind. Der Autor fragt nicht, ob dem Leser/der Leserin ein Thema angenehm ist oder nicht. Er ist überzeugt davon, dass jede Begegnung und jedes Erleben von uns Menschen ein Nachdenken und Handeln verlangt. Ob es nun ein Bettler ist, dem man ein Zimmer in einem Hotel geben könnte, oder das Gefühl, wie es ist, auf einer Ferieninsel zu sein, auf der Flüchtlinge stranden. Auch die Vergangenheit beschäftigt den Theologen und die Frage von Verantwortung und Standhaftigkeit, der er in einigen Geschichten mit Vorgaben aus der großen deutschen Literatur nachgeht.

(Quelle: https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1075038395)

Was ich zu diesem Buch sage

Kurzgeschichten liegen aktuell noch etwas außerhalb meiner Komfortzone, ich vermisse dabei oft, dass ich nicht "mehr" von der Welt haben kann, die in den wenigen Seiten entsteht. Dennoch bin ich froh, Eine Frage der Würde gelesen zu haben.

Besonderheiten sind nicht nur die schönen Illustration (von Tom Lohner) im Buch selbst (damit hatte ich gar nicht gerechnet!) sondern auch die Kunst der Anpassung des Sprachgebrauchs innerhalb der Kurzgeschichten. So kommen in einem Kapitel gegenwärtig genutzte Anglizismen vor, im nächsten wiederrum befinden wir uns mitten im Krieg, das Setting ein ganz anderes und die Sprache ebenso.

Themen wie Gott und Religion kommen im Buch vor (besonders in einer der Geschichten), mit denen ich mich zwar weniger befasse, dennoch faszinierend finde, sie in Büchern zu lesen. Andere tiefgründige Gegenstände der Kapitel sind: Das Leben, Krieg und Flucht, etc.

Zugegebenermaßen muss ich gestehen, dass ich durch meinen vermehrten Konsum englischsprachiger Literatur oft die Gelegenheit verpasse, an meinem deutschsprachigen Wortschatz zu arbeiten. Bei Florians Schreibstil, der detailreich und beschreibend ist (Spoiler: was auch passend zu den Drehbuchszenen ist), habe ich mich immer wieder dabei ertappt, Sätze zweimal lesen zu müssen, um sie tatsächlich zu verstehen. Das sehe ich jedoch nicht als Kritik am Autor sondern an mir.

Zudem ist wohl angemerkt, dass in 116 Seiten ganz schön viel drinstecken kann. Eine Frage der Würde ist somit ein gutes Buch für eine längere Zugfahrt wie auch eines, das zum “immer wieder aufgreifen und lesen” einlädt.

Diese Stellen sind in Erinnerung geblieben

Achtung, ab hier befinden wir uns in der Spoiler Zone :)

  • Meine persönliche Lieblingsgeschichte war gleich die erste - François. Sie behandelte die Endlichkeit des Lebens wie auch die sanfte Entstehung einer Freundschaft, die darauf beruhte, jemandem mit Respekt und Würde zu begegnen. Sollte es nicht immer so sein?

  • Das Wiedersehen zwischen Oliver und seinem Vater

  • S und W (die Namen der beiden Hauptcharaktere in einer der Geschichten)

Fazit

  • Bewertung: 3/5 Sterne

  • Ich bin froh, ein Buch außerhalb meiner Komfortzone gelesen zu haben und bin gespannt auf weitere Kurzgeschichten in der Zukunft. Zudem finde ich es toll, nun ein Buch aus der lokalen Community in meinem Regal zu sehen!


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Soso

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